Friedrich Boltz
kandidierte
auch am 22. Juni
als Oberbürgermeister
Und: Es wurden fast 5.500 Stimmen. Danke für die Unterstützung.
Wahldesaster
Ist der Wahlsieg von Helma Orosz bei einer Wahlbeteiligung von weniger als 34 Prozent schon blamabel, so wurde das "linke Lager" desaströs abgestraft. Sicherlich lassen sich jetzt alle möglichen und unmöglichen Deutungen finden. Klar ist allenfalls, dass mit einer gigantischen Materialschlacht eine noch größere Verweigerung erreicht wurde.
Die Zahlen: real (%) offiziell (%)
Wahlberechtigte 421.229 100,0 % -
Nichtwähler 278.245 66,1 % -
ungültige Stimmen 2.760 0,7 % -
Helma Orosz (CDU) 89.799 21,3 % 64,04 %
Klaus Sühl! (Linke) 43.643 10,4 % 31,12 %
Friedrich Boltz 5.493 1,3 % 3,92 %
Marcus Kührt (BüSo) 725 0,2 % 0,52 %
Dirk Hacaj (SVP) 564 0,1 % 0,40 %
Aktive Wahlverweigerung oder Zeichen setzen
Klaus Sühl! soll – so eine neue Kampagne - gewählt werden um Helma Orosz zu verhindern. Wer also der CDU eins auswischen will muss Klaus Sühl! wählen. So die Botschaft.
Klaus Sühl! ist für mich und viele andere keine Alternative zu Helma Orosz. Aber diese Frage ist müßig, denn Klaus Sühl! ist chancenlos. Ebenso ein Friedrich Boltz, sogar noch chancenloser.
Warum also noch diese Boltz-Kandidatur in der 2. Runde?
Dresden ist gut für Auseinandersetzungen wie die Religionskriege des Mittelalters: evangelisch oder katholisch, Brücke oder Tunnel, Wagner oder Roßberg, „bürgerliches“ oder „linkes“ Lager, Helma Orosz oder Klaus Sühl!. Man darf sich für eine Seite entscheiden oder wird als Ketzer verdammt oder bestenfalls als Spinner abqualifiziert. Der letzte Ausweg ist die totale Verweigerung.
Dagegen trete ich an: Mich können die wählen, die ein Zeichen setzen wollen und den Politikansatz einer stetigen und real mitgestaltenden Bürgerbeteiligung unterstützen.
Wer nur das Amt im Auge hat, die Führung der einen oder anderen Partei will, der soll auch die Parteien wählen. Es ist mir gleich ob die CDU, eine Parteienkoalition oder die Linken „die Macht“ haben, wenn die Bürgerinnen und Bürger nur „anders“ regiert werden, aber von einer realen Beteiligung ausgeschlossen bleiben.
Es ist im Rückblick nicht erkennbar, dass sich die Stadtpolitik beim Übergang von Herbert Wagner (CDU) zu dem „gemeinsamen Kandidaten“ Ingolf Roßberg geändert hat. Ebensowenig hat sich mit der Kommunalwahl 2004 oder der Suspendierung von Ingolf Roßberg die Stadtpolitik merkbar geändert.
Mit meiner (chancenlosen) Kandidatur will ich ein Zeichen setzen, dass es auch einen anderen Politikansatz gibt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das kann mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel unterstützt werden.
Und wer jedes Vertrauen in das Wahlritual verloren hat, soll dies auch dokumentieren und die Wahl aktiv verweigern, also seinen Stimmzettel ungültig machen.
18. 6. 2008 Friedrich Boltz
News:
Dank eines Spenders gibt jetzt auch Plakate. Hilfe beim Kleben und Hängen ist erwünscht. Absprache unter 0351/8011011.

Zur "Bunten Republik Neustadt" wurde das "Boltz-Mobil" als Parodie auf die O- und S.!- Mobile vorgestellt. Leider konnte das Ordnungsamt keinen Spaß verstehen und verbot den Betrieb des mit ca. 1 km/h (in Worten: EIN Kilometer pro Stunde) durch die Neustadt rasenden Gefährtes. Auch wurde untersagt, das Gefährt von Hand durch die Neustadt zu ziehen. Die Begründung: Es gäbe keine Genehmigung durch das Ordnungsamt. Ich fühlte mich gleich um neunzehn Jahre jünger, im Sommer 1989 war es ähnlich.
Nun hat der bewährte DDR-Grundsatz: "Alles ist verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt wurde" endlich über das überholte freiheitliche Prinzip "Alles ist erlaubt, sofern es nicht ausdrücklich verboten wurde" triumphiert.
Wie ging es 1989 eigentlich mit der DDR weiter?

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Ich danke allen meinen WählerInnen für ihre Unterstützung. 2,5 % entsprechen bei dem gegenüber den Materialschlachten der Parteien sehr stillen "Wahlkampf" den Erwartungen. Zu einem persönlichen Dankeschön lade ich am Samstag, den 14. Juni ab 10:00 Uhr zu einem Bürgerfrühstück auf die Talstraße in der Dresdner Neustadt ein.
Fast 60% der Wahlberechtigten haben am 8. Juni mit ihrer Ablehnung überhaupt zu wählen, dem Dresdner Politzirkus eine schallende Ohrfeige verpasst. Die Favoritin Helma Orosz kann sich lediglich auf 20 % der Dresdner WahlbürgerInnen stützen. Die anderen Parteien sind geradezu marginalisiert.
Leider zeigen die Reaktionen der durch ein desaströses Wahlergebnis und Wahlverweigerung abgestraften "linken KandidatInnen", dass sie mit ihrer Niederlage nicht selbstkritisch umgehen. Statt eines Innehaltens und Nachdenkens gibt es nur ein trotziges "weiter so" wie geplant.
Dr. Klaus Sühl deutet seine reale Niederlage am 8. Juni (gegenüber der Kommunalwahl 2004 hat sich sein Ergebnis halbiert) in eine Chance für die 2. Runde um und erwartet bedingungslose Unterstützung.
In dieser Situation halte ich meine Kandidatur für die Neuwahl am 22. Juni aufrecht.
(10.6. 2008)
Links:
MDR1 Radio Sachsen Gesprächsrunde zur OB-Wahl in Dresden
OB-Kandidaten in der SZ-Runde als WebTV
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Meine Beweggründe
Ich kandidiere, weil ich ein anderes Verständnis von Kommunalpolitik für erforderlich halte. Derzeit verstehen sich in Dresden Stadtrat und Stadtverwaltung als “die Stadt”, sie sehen sich als generalbevollmächtigte Repräsentanten und Entscheider. Viele Entscheidungen werden über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg getroffen und sind kaum nachvollziehbar.
Nach meinem Verständnis haben Stadtrat und Verwaltung als treuhänderische Verwalter im Auftrage und im Interesse der Bürgerschaft handeln.
Dabei haben sie eher Mittler als “Schiedsrichter” zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen, Meinungen und Interessen zu sein. Verwaltung und Stadtrat haben die BürgerInnen in ihrer Rolle als eigentlicher “Souverän” zu akzeptieren und mit ihrem Fachwissen zu unterstützen. Dafür gibt es vielfältige und andernorts erprobte Formen und Methoden der Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse übrigens in der sachlichen Qualität weit über die als hochheilig betrachteten Bürgerentscheide hinausgehen.
Entscheidungen sollen transparent und verständlich nachvollziehbar sein.
Reale und vor allem qualifizierte Bürgerbeteiligung muss fester Bestandteil von Entscheidungsprozessen und Verwaltungshandeln sein. Dafür wurden schon 2002 von der damals von Friederike Beier geleiteten Arbeitsgruppe „Rathaus und Bürgerschaft“ konkrete Vorschläge unterbreitet, die dann aber vom damaligen OB Roßberg wie auch von ALLEN Fraktionen des Dresdner Stadtrates völlig ignoriert wurden.
In der praktischen Politik geht es mir um Lösungen, in denen sich alle Beteiligten wiederfinden und und nicht um "Basta"-Entscheidungen mit der Macht einer - gegebenenfalls auch taktisch organisierten - Mehrheit, bei denen die unterlegene Minderheit eben einfach verliert.
Das ist mir wichtig, nicht das Amt.
Und natürlich unterscheidet mich nicht zuletzt die Unabhängigkeit von Parteibindungen und damit von parteipolitischen Zwängen von den anderen KandidatInnen. Verpflichtet fühle ich mich dem Programm der “BürgerListe Dresden”.
Siehe auch
Interview mit Friedrich Boltz im Neustadtticker
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Pfingstmontag: Unterschriften sind erreicht!!!!!!!!!(12.5.2008)
265 Unterstützerunterschriften => es reicht, auch wenn einige Unterschriften ungültig sind. Die offizielle Zulassung erfolgt am 13.5. 2008 ab 15:00 Uhr im Festsaal des Dresdner Rathauses.
Ich danke allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich weder durch die ungünstigen Öffnungszeiten noch durch den weiten Weg in's Dresdner Rathaus haben abschrecken lassen. Ich sehe das als Auftrag, ein Stück anderer Politikkultur in den laufenden "Wahlk(r)ampf" einzubringen.
DGB-Kandidatentalk: Redeverbot für Friedrich Boltz (1. 5. 2008)
Zum „Kandidatentalk“ auf der DGB-Kundgebung am 1. Mai wurde der Friedrich Boltz durch den Veranstalter Ralf Hron ausdrücklich ausgeladen.
Hron begründet dies im Vorfeld damit, dass Boltz bis zum 1. Mai die Unterstützungsunterschriften noch nicht vollständig erreicht habe. Boltz protestierte mit verbundenem Mund vor der Bühne. ...mehr und ein Bild von der Veranstaltung.
Stadtratsentscheidung gegen das Welterbe (30.4.2008)
Mit der Ablehnung eines Baustopps für die Waldschlösschenbrücke hat der Stadtrat mehrheitlich gegen den Welterbetitel gestimmt. Die Zustimmung zum Bürgerbegehren „Tunnel statt Brücke“ ist eine groteske Farce. ...mehr